Am 26. Mai 2020 stand das Thema Aussiedlerhof/“Teilaussiedlerhof“ im Bau- und Planungsausschuss auf der Tagesordnung. Dem Tagesordnungspunkten 2.4.-2.7. kann man entnehmen, dass es sich um Wohngebäude für Betriebsleiter und Saisonarbeitskräfte, Maschinenhalle und zwei mobile Hühnerhäuser mit jeweils einer Kapazität von 650 Hühner handelt. Die Flächenversiegelung ist enorm. Auf Grund der Tatsache, dass Bauanträge innerhalb von 2 Monaten beschieden werden müssen, sonst werden diese als Zustimmung gewertet, gab es keine Zeit, dass die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte ausführlicher über die Anträge weder im Bau- und Planungsausschuss noch im Gemeinderat zu beraten, gemeinsam Alternativen zu suchen und eine für alle gute Lösung zu finden. Die Bauwerberin war während der Sitzung anwesend und ihr wurde auch das Wort erteilt. Sie betonte immer wieder ihre offene Kommunikation. Diese „offene Kommunikation“ kam aber erst zu Stande, als die Tagesordnung des Bau- und Planungsausschusses in den Ortsnachrichten veröffentlicht wurden. Sicherlich hat sich Corona bedingt einiges verschoben, dennoch standen Kommunikationsmittel zur Verfügung, mit deren Hilfe der Bürgermeister die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte im Vorfeld hätte informieren können.

Es wurde sehr viel mit Buzzwörtern wie “Regional” und “Bio” umgegangen. Am Ende des Tages wird aber sehr viel Fläche (Maschinenhalle, Wohngebäude für Betriebsleiter und Saisonarbeitskräfte) versiegelt. 1300 Hühner sind auch keine Kleinigkeit. Außerdem ist auch zu befürchten, dass noch mehr auf die Idee kommen, dieses Modell nachzuahmen.

Auch wenn es sich nach §35 des BauGB um privilegiertes Bauen im Außenbereich handelt, wäre es gut gewesen, wenn der Bau- und Planungsausschuss sich ausführlicher mit diesen Bauanträgen hätte beschäftigen können, um eine Lösung zu finden, die allen Seiten gerecht wird. So blieb eigentlich keine Wahl, als diesen Bauantrag abzulehnen, was mit einer Mehrheit von FW und GRÜNEN (5:3 Stimmen) gelang. Der Verlauf des ganzen Bauantragsverfahren lief suboptimal

Die Familie des Bauwerbers nahm sich für einen Vororttermin ausgiebig Zeit, um uns das Bauvorhaben und ihr Konzept zu erklären. Auf Fragen wurde eingegangen und  Pläne dargelegt. Wir bedanken uns!

 

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